Giuseppe Mazzini wurde am 22. Juni 1805 im Herzen des alten Genuas geboren, in einem Palazzo in Via Lomellini, der von der Adelsfamilie Adorno im 15. Jh. erbaut worden war. Das Gebäude - wenn auch ohne die typischen Giebel und künstlerischen Zeugnisse der Patrizierhäuser der nahen Strada Nuova - zeigt sich heute noch als ein klassisches Beispiel architektonischer Schlichtheit und ist ein Spiegelbild jener Klasse von Händlern und Intellektuellen, die in den vergangenen Jahrhunderten die tragende Achse der genuesischen Wirtschaft war. 
Als Giacomo und Maria Mazzini 1794 hier einzogen, war das Haus im Besitz des Marchesen Giancarlo Dinegro, einem genuesischen Mäzen. Giacomo Mazzini, der kurz zuvor sein Diplom in Medizin an der Universität Pavia erworben hatte und Leibarzt von Dinegro war, wohnte in diesem Haus bis 1809; hier erblickten Rosa (1797), Maria Antonietta (1800) und eben Giuseppe (1805) – der künftige Apostel der Einheit Italiens – das Licht der Welt, drei Jahre nach ihm Francesca.
1809 zog die Familie in eine größere Wohnung in der Nähe um.
Ab der zweiten Hälfte des 19. Jh.s wurde der Palast internen Erneuerungen unterzogen, wie der Unterteilung von Räumen in mehrere Zimmer und der Erhöhung einer Etage, um mehrere Wohnungen populärer Art zu schaffen; somit erlitt der Palast, ähnlich wie die anderen Wohnblöcke in Straßen mit Blick auf das Meer, eine Umgestaltung im Rahmen der Bauspekulation, die durch die dringlichen Anfragen vieler Arbeiter im Hafen und im Handel getragen wurde.
Beim Tod von Giuseppe Mazzini (10. März 1872) initiierten die genuesischen Arbeitervereinigungen eine Spendenaktion und erwarben drei kleine Räume der Wohnung in Via Lomellini, in der Mazzini gewohnt hatte. Sie richteten dort eine ihm gewidmete Gedenkstätte bzw. ein Museum ein, das 1875 der Gemeinde unter der Auflage geschenkt wurde, die Öffnung für das Publikum zu garantieren. Dort wurden Papiere und Zimelien von Persönlichkeiten zusammengetragen - auch wenn sie Antagonisten der Staatsgewalt waren - die „Geschichte gemacht haben“, angefangen von Mazzini, Mameli, Ruffini bis hin zu Pisacane
Das Gebäude, mit Gesetz vom 29. Oktober 1925 zum Nationalmonument erklärt, wurde von der Regierung gekauft, um in einem einzigen Sitz die historischen Zeugnisse des Risorgimento zusammenzutragen. Am 22. Juni 1934 wurde das Mazzini-Institut (Istituto Mazziniano) eingeweiht, das die Gedenkstätte bzw. das Museum, eine Bibliothek, ein historisches Renaissancearchiv und das seit 1915 im Palazzo Bianco bestehende Museo del Risorgimento zusammenführte.
Es ist hier nicht möglich, die komplexen Wechselfälle aufzulisten, denen das Institut und insbesonders das Museum ausgesetzt waren, das im Verlauf von mehr als einem halben Jahrhundert eine Verkleinerung des Ausstellungsraums - erst durch Kriegsschäden, dann durch baulichen Verfall, dem keine angemessenen Restaurierungsmaßnahmen entgegengesetzt wurden - hinnehmen musste. Erst 1982, anlässlich des hundertjährigen Todestages von Garibaldi, wurde eine Sanierung begonnen, die es ermöglichte, die Ausstellungsfläche zu vergrößern. 
Istituto MazzinianoAnlässlich des zweihundertsten Jahrestag der Geburt von Giuseppe Mazzini wurden die Ausstellungsbereiche des Museums komplett renoviert und mit modernen, funktionalen Schaukästen und technischen Erneuerungen ausgestattet, die mit den Sicherheitsnormen übereinstimmen und auch Behinderten den Zugang ermöglichen. Der erneuerte Rundgang des Museo del Risorgimento mit mehr als 450 Laufmetern führt durch 14 Säle auf drei Etagen.
Ausgestellt sind 700 Fundstücke (Zimelien, Zeichnungen, Drucke, Plakate, Manuskripte, Waffen, Uniformen und anderes), die die politische, soziale und kulturelle Geschichte des italienischen Risorgimento aus dem besonderen Blickwinkel Genuas dokumentieren - dem Zentrum der demokratischen und mazzinischen Bewegung. Von diesem Gesichtspunkt stößt das genuesische Museum auf nationaler wie auch internationaler Ebene auf Interesse, bedingt durch die Einzigartigkeit der Dokumentation von charismatischen Persönlichkeiten der demokratischen und republikanischen Bewegung und der Geschichte der Arbeiterbewegung.
Das Museum trägt wenig zum Ruhm der „Begründer des Vaterlands“ bei, die als Gewinner den Plan vollendeten, Italien von ausländischer Macht zu befreien und mit Rom als Hauptstadt zu vereinen (auch wenn es nicht an diesbezüglich wichtigen Bildern zum Unabhängigkeitskrieg fehlt); vielmehr soll der Kampf von Personen gewürdigt werden, deren Ideal der italienischen Einheit und Republik der hegemonialen piemontesischen Politik zum Opfer fiel, allen voran Mazzini und mit ihm die Urheber der Bewegung Giovine Italia („Junges Italien“), Pisacane, Garibaldi und die mit ihm verknüpften Geschehnisse in Teano, Mentana und Aspromonte - jene Persönlichkeiten und Episoden, wie die Revolte von Genua im Jahr 1849, die die offizielle Geschichtsschreibung entweder in Anonymität gelassen oder bequem gedeutet hat.
An den Wänden wird das ikonografische Material ausgestellt; in der Mitte der Säle überwiegen hingegen Dokumentationstafeln mit Texten, Karten und anderen didaktischen Hilfsmitteln. Somit ist eine doppelte Deutung möglich: eine eher oberflächliche, die durch auffällige Bilder visuell vermittelt wird und eine vertiefte Auslegung durch Lektüre der historischen Dokumente.
Der Museumsrundgang beginnt mit der Ausstellung der Standarten und Flaggen, die in der Prozession in Oregina am 10. Dezember 1847 geschwenkt wurden, an der mehr als 30.000 Patrioten aus allen Teilen Italiens teilnahmen, um - mit offensichtlichem Bezug auf die damalige politische Lage - der Vertreibung der Österreicher aus der Stadt im Jahr 1746 zu gedenken. Es war die erste öffentliche Veranstaltung der Risorgimento-Bewegung: an dem Tag erklang die Hymne Fratelli d’Italia (Brüder Italiens) von Mameli und wehte die Trikolore der Republik.
Aus dieser besonderen Perspektive kann man die Vergangenheit ab dem Jahr 1746 wieder aufleben lassen: angefangen mit dem von Balilla initiierten genuesischen Aufstand. Ein Bild von Giuseppe Comotto, einer Hauptfigur der Geschehnisse, hat zwar keinen großen künstlerischen Wert, stellt jedoch eine präzise Nachbildung der Vorfälle von Portoria dar.
Sein dokumentarischer Wert ist nicht geringer als zeitgleiche Berichte; die Unmittelbarkeit und Schlichtheit des Malers gibt die Atmosphäre authentischer Begeisterung, durch die sich das Ereignis auszeichnete, hervorragend wieder.
In den Sälen, die dem jakobinischen und napoleonischen Genua gewidmet sind, fallen aufgrund ihrer Originalität verschiedene Gemälde von Felice Guascone auf, der sicher kein herausragender Maler, vielmehr - durch allegorische Zeichnungen, die das Empfinden der Genuesen angesichts außergewöhnlicher Ereignisse veranschaulichen, vom Fall der Oligarchie bis hin zum Zusammenbruch des napoleonischen Mythos - ein Deuter des Zeitgeschehens war.Dort sieht man die Überschwänglichkeit des gemeinen Volkes, das um den Baum der Freiheit tanzt und die ungläubige Betäubung derjenigen, die alte Privilegien verloren haben, später die erlebte Ernüchterung hinsichtlich des zum Helden proklamierten Napoleon, der nicht die erwünschten Vorteile erbracht hatte; schließlich dunkle Verzweiflung beim Anschluss Liguriens an das Königreich Sardinien.
Die Restaurationszeit umfasst zwei Säle: der erste beschäftigt sich mit dem damaligen kulturellen Zustands Genuas, die dem Einfluss des Marchesen Giancarlo Dinegro unterlag, dessen Villa nicht nur von ortsansässigen Intellektuellen, sondern auch von berühmten Persönlichkeiten auf der Durchreise frequentiert wurde; der zweite stellt Zeugnisse historischer Begebenheiten aus (die Bewegung des Jahres 1821, eine umfassende Dokumentation über das Junge Italien, die mazzinische Bewegung zwischen 1833/34, der Verschwörung der Brüder Bandiera).
Die folgenden zwei Säle entsprechen den zwei von Mazzini bis 1808 bewohnten Räumen; die Zimelien stammen von Familien, meist einfachen Ursprungs, die den Verbannten die wenigen Male beherbergten, wenn er nach Genua oder ins Haus seiner Schwester, Antonietta Massuccone, zurückkehrte. Es handelt sich um Gegenstände, die er gewöhnlich benutzte (Schreibfeder, Tintenfass, Bücher mit handschriftlichen Notizen) und die seine Hobbys (Gitarre, Schachspiel, Pfeife) und Vorlieben bezeugen.
Das Plakat, das seine Todesverurteilung bekannt gibt, die von ihm gegründeten oder beeinflussten Zeitungen, die wichtigsten Schriften, von den jugendlichen Miszellen zu den „Pflichten des Menschen“, die ersten Ausgaben der zahlreichen Broschüren und Briefe, die oft aus Unterschlüpfen gedruckt und verteilt wurden, stellen aufgrund ihrer Seltenheit und Vollständigkeit eine wichtige Sammlung dar.
Die Kapitel bezüglich der dreijährigen Revolution sind besonders bedeutsam für Genua; der zentrale Teil ist der Goffredo Mameli gewidmete Saal. In ihm ist die erste handschriftliche Abschrift vom Canto degli Italiani, somit der italienischen Nationalhymne, ausgestellt, die erste gedruckte Ausgabe des Textes mit handschriftlichen Verbesserungen des Autors, die Trikolore, Symbol der italienischen Einheit und Republik, die bei der ersten patriotischen Veranstaltung in Genua am 10. Dezember 1847 im Wind flatterte.
Die Absicht der Genuesen, den Krieg gegen Österreich fortzusetzen, verursachte im April 1849 einen Volksaufstand gegen die piemontesische Regierung; die Zeugnisse (Zimelien, Plakate, Fahnen, Portraits der Hauptfiguren) stellen ein Geschichtskapitel dar, das nie in Büchern erschienen ist.
Der letzte Bereich betrifft das Jahrzehnt, das zur Einheit Italiens und zur Ernennung von Rom als Hauptstadt führte. Er beansprucht einen großen Saal und stellt den Aufsehen erregendsten Teil des Museums dar: dort findet man die berühmten roten Hemden, darunter eines, das Garibaldi gehörte und die Uniformen der genuesischen Carabinieri - junge Mazzini-Anhänger, die militärisch im Schießsport ausgebildet wurden - sowie ihre Waffen und Fahnen.
Auch das Jahrzehnt, das zur Einheit Italiens führte, ist im genuesischen Museum aus einem besonderen Blickwinkel dargestellt: nicht der Sieg steht im Vordergrund, vielmehr stellen die Opfer der mazzinischen Märtyrer und der Heldenmut der Garibaldiner die notwendigen Etappen zum ersehnten Ziel dar.Das Bürgertum und das Volk sind die Hauptdarsteller des Risorgimento; und eben dies ist eine besondere Tatsache Genuas. Auch die königlichen Kriege werden aus einem besonderen Blickwinkel betrachtet: beispielsweise der Krimkrieg mithilfe von realitätstreuen Zeichnungen und Skizzen eines unbekannten Soldaten, Eligio Pintore, der das tägliche Militärleben, entfernt vom Rummel der Schlachtfelder, aber auch grausame Eindrücke, wie sie nur der Krieg schaffen kann, vermittelte.
So nimmt auch die populäre Entstehungsgeschichte des Zugs der Tausend, jenem Vorhaben, das Mazzini vergebens ab 1851 realisieren wollte, durch Zeugnisse und Erinnerungen der Teilnehmer - Leute aus dem Volk, Arbeiter und Bürger - neues Leben an; diesbezüglich von besonderer Bedeutung ist ein Gemälde von Tetar Van Elven, das den Abzug der Tausend darstellt. Der Autor vermittelt uns einen lebendigen Eindruck, auch da viele der Persönlichkeiten erkennbar sind.
Es handelt sich nicht um eine Verherrlichung, wie wir sie normalerweise auf der Ikonographie des Risorgimento sehen; die Protagonisten befinden sich alle auf einer Ebene und das Bildnis Garibaldis ist nicht besonders hervorgehoben. „Die Tausend“ stehen wirklich im Zentrum des Geschehens.
Dem „Helden der zwei Welten“, Garibaldi, ist eine Vitrine mit seinen persönlichen Gegenständen gewidmet: eine rote Joppe, ein weißes Leinenhemd, eine Weste aus blauer gestreifter Seide und ein Fernrohr, das er 1851 seinem Freund Antonio Figari schenkte, einem genuesischen Seekapitän; ferner ein Revolver Lefaucheux mit einer Trommel mit 18 Schüssen. Sie wurde 1869 genuesischen Arbeitern geschenkt, um als Preis in einem von ihnen organisierten Schießwettbewerb ausgesetzt zu werden.
Der Gewinner, Giacomo De Marini, händigte sie später dem Museum aus. Schließlich ein an der Spitze gebrochener Säbel, eine Erinnerung an die Schlacht von Sant'Antonio in Uruguay (1846).
In den zehn Jahren, in denen Rom schließlich zur Hauptstadt erhoben wird, scheinen die Niederlagen zu überwiegen: Die Schlacht von Aspromonte und Mentana sind die Ereignisse, die am meisten im Vordergrund stehen. Die organisatorischen Bemühungen, Gelder zu sammeln und die von Mazzini inspirierten Vorbereitungen für Aufstände, um Venedig und Rom zu erreichen, werden hier ausführlich dokumentiert.
Bezeichnenderweise finden sich in diesem Museum, das anfänglich von den Menschen Genuas gewollt war und mit Archivhinterlassungen und Zimelien von den Hauptfiguren der mazzinischen und garibaldinischen Bewegung bereichert wurde, keine Zeugnisse der Bresche an der Porta Pia. Die letzten Gemälde haben den Tod von Giuditta Tavani und den Beitrag Garibaldis zur Pariser Kommune zum Thema.
Nachdem Italien vereint war, hat eine historiographisch verzerrte Auslegung begonnen, die fast achtzig Jahre gedauert hat.
Das Risorgimento durfte keine dunklen Stellen haben; auch die Rebellen wurden im Empyreum der Helden aufgenommen. Bezeichnenderweise hat man als Abschluss des Rundgangs einen Druck aus dem Jahr 1882 aufgestellt. Es ist das Jahr des Todes von Garibaldi; der Held der beiden Welten stößt im Paradies auf die anderen Hauptfiguren jener Zeit: Carlo Alberto, Mazzini, Cavour und Pio IX. Friedlich fangen alle zusammen ein Kartenspiel - „Una partita a tressette“ - an, wie es im Titel der Lithographie heißt.
Der chronologische Rundgang bietet die Möglichkeit zur Vertiefung besonderer Themen und Persönlichkeiten, für die moderne multimediale Instrumente zur Verfügung stehen: der Einsatz der Multimedialität hat für einige der behandelten Themen und zur Verbindung der verschiedenen Argumente eine wesentliche Funktion. Sie bezieht den Besucher direkt mit ein und macht ihn zur Hauptfigur der Suche: durch eine Vertiefung der Argumente in verschiedenen Richtungen und den Erwerb von Informationen, die das Museum selbst nicht liefern könnte. Die multimedialen Instrumente ermöglichen so einen angenehmen, fast spielerischen Zugang zum Museum, mit immer neuen Entdeckungen, bei denen der Nutzer im Mittelpunkt steht.
Die Ausstellungssäle wechseln sich somit mit multimedialen Standorten ab, die verschiedene Argumente betreffen:
„Das Risorgimento im Kino“; „Eine Zeitskala: Genua im Zentrum der Geschichte und des Risorgimento“; „Das jakopinische Genua in einem Gemälde von Felice Guascone“; „Genua - die Arbeit, das Volk und der Hilfsverein auf Gegenseitigkeit“; „Hymne und Trikolore; künstlerische Schaffung und nationale Identität“; „Tausend Geschichten außerhalb des Gemäldes (Abzug der Tausend)“. |